Archiv für 45plus

Krisen auf der Überholspur

Wir kommen in allen Belangen zu keinen wirklichen, nachhaltigen Verbesserungen, weil uns die, immer in kürzeren Abständen, eintreffenden Krisen permanent überholen.

Alles Geld müssen wir dazu aufwenden, um das größte Übel, den Supergau der Wirtschaft, zu verhindern. Oder ihn vielleicht nur herauszuzögern?

Somit bleibt auch keine Zeit das Thema der Älteren am Arbeitsmarkt innovativ anzugehen. Oder mangelt es ev. doch nicht an Zeit sondern an guten Willen, an Mangel an Lösungsmodellen. Verstecken ist halt einmal einfacher. Was müssen wir nicht schon alles kaschieren, ein Wahnsinn.

Ich glaube schon, dass Lösungen nicht am Tisch liegen, aber wir brauchen halt Courage, auf allen Ebenen, im Kleinen wie im Großen, bei allen involvierten Akteuren.

Wer das auch immer auch liest: Was könnten Sie dazu beitragen?

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Nicht geeignet für…

Wofür eignen sich die älteren, erfahrenen Arbeitssuchenden nicht:

 

Vorweg: Natürlich ist, wie die meisten anderen Personen/Zielgruppen, auch die ältere Gruppe nicht gänzlich homogen zu betrachten. Aber das neue an dieser „Altersarbeitslosigkeit“, die sich in den letzten Jahren entwickelt hat, ist ja, dass es sich im Großen und Ganzen um kompetente, älteren Personen (aller Berufsgruppen und Ebenen) handelt, die unverschuldet rationalisiert wurden, qualifiziert waren und der einzige wahre Grund für die Kündigung der war, dass sie zu teuer waren. Sehr viele krankhafte Entwicklungen der kurzfristigsten Gewinnmaximierungen waren daran beteiligt. Heute wissen wir das ja schon.

 

Diese sehr große Gruppe der reiferen Arbeitssuchenden eignen sich daher eigentlich nicht für den Weg hinunter zum „Grundeinkommen“, sicher ein wichtiges „letztes Netz“ für Personen, die nicht mehr können, aus welchem Grund auch immer. Allerdings, wenn die Alternative eine lange Arbeitssuche ohne Chancen wäre, dann wäre das Grundeinkommen auch für diese Personen eine letzte Alternative bis zur Pension. Aber dort sollten wir nicht hinkommen, es wäre keine innovative, konstruktive Lösung für diese Problematik.

 

Die „Generation 45 plus“, also das so genannte „brach liegende Kapital“ eignet sich auch nicht dafür, dass sie jahrelang in der Notstandshilfe, in einer Art „Notstandkorridor“ dahinvegetieren, ev. „erlöst“ von einer schwereren Krankheit, notgedrungen den Weg in die Berufsunfähigkeitspension anstreben. Viele sehr gute Leute finden nämlich keinen Job, das dürfte sich ja schon herumgesprochen haben (Ausnahmen, die wir Gott sei Dank auch in der Initiative nennen können, bestätigen halt nur die Regel). Und der Slogan „45 Jahre sind genug“ eignet sich auch nicht für Leute mit 45 oder 50 Lebensjahren, das geht sich schon zeitlich nicht aus.

 

Auch die sozialökonomischen Betriebe sind – derzeit – nicht für diese spezielle Zielgruppe konzipiert.

 

Also müssen wir neue Wege finden, einen Weg zwischen Grundeinkommen, Arbeitslosigkeit und Pension. Sonst sieht es nicht gut aus, mit unserer Gesellschaft.

 

Und sich mit x-Forschungsberichten, die de facto zum fast gleichen Ergebnis kommen (müssen), werden wir uns auch nicht über die Zeit retten können, die dann mit der demografischen Entwicklung alles ändert, umdreht. Ich halte sehr viel von „Forschung und Entwicklung“, aber in diesem Bereich, verzeihen Sie, da kommt es mir so vor, als ob man die Leute zu Tode forscht und coacht. Vor einigen Jahren hat es dazu ja schon ein ABIF Projekt gegeben, viel klüger wird man nicht werden, jetzt müsste es zu einer praktischen Umsetzung und zu einem Wertewandel kommen. Das beginnt manchmal schon dort, wo die Forschenden (und nicht nur diese) selbst im Innersten die Älteren eher abwertend  einschätzen.

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…sie wollen vielleicht nicht mehr arbeiten

Diese Bemerkungen habe ich, manchmal versteckt, auch schon des Öfteren gehört.

Ich führe diese Plattform seit knapp 6 Jahren, habe an die 500 Betroffene kennen gelernt. Da sind nur sehr wenige dabei, die nicht mehr arbeiten möchten. Dieses Vorurteil – das sie vielleicht eh net arbeiten wollen – ist für diese Zielgruppe längst überholt. Ich hoffe immer, dass sich das schon herumgesprochen hat.

Die meisten involvieren Personen wissen das aber schon, das seit Jahren auf Teufel komm raus rationalisiert wird, sehr oft aus kurzfristigen Maximierungsgründen (AGs), wo dann immer öfter die verantwortlichen Manager danach in der Zeitung stehen. Das ist gut so und ein kleiner Fortschritt, solche Praktiken der maßlosen Geldgier zu outen.

Die Älteren, die rationalisiert werden, haben oft 20, 30 Jahre in einem Betriebe gearbeitet. Das Motiv der Kündigung ist da nicht, dass man mit den Personen unzufrieden wäre, sonder eben entweder die Geldgier, oder eine verständliche Überlebenstaktik bei Klein- und Mittelbetrieben.

Solche abwertenden Bemerkungen, dass die Leute nicht mehr wollen, disqualifizieren denjenigen, der sie von sich gibt, das sollte man sich klar sein. Dann tut es weniger weh. Es steckt zumeist viel Zynismus und/oder Unkenntnis dahinter.

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Liebe Kolleginnen und Kollegen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

ich möchte mich wieder melden, letzte Zeit habe ich Sie mit Infos zu unserem Thema gänzlich in Ruhe gelassen.

 

Erstens habe ich zu allem selbst krankheitsbedingt etwas Ruhe, auch ein bisserl Abstand benötigt und dann denke ich auch, dass wir die Plattform etwas neu ausrichten sollten. Manchmal kann aber auch weniger mehr sein. Also, es wird die nächste Zeit doch etwas ruhiger hergehen. Wir bleiben aber präsent.

 

Eines ist aber klar: die schnellen Erfolge, das schnelle Umdenken zu 45plus am Arbeitsmarkt bzw. zu den Leuten, die schon Ihren Job verloren haben und sich neu orientieren müssen, das gibt es in der Wirtschaft noch nicht.

 

Wir konnten in den Jahren Einzelerfolge erzielen, einige KollegInnen haben doch wieder einen Job bekommen, auch die Imagearbeit, so denke ich, ist gut verlaufen, aber das Problem bleibt bestehen, durch die akute Wirtschaftskrise weitet sich alles noch viel mehr aus. Auch die Jüngeren sind von einem Abbau betroffen.

 

Andere KollegInnen, die bis jetzt noch keinen Job bekommen haben, kann ich nur Mut zusprechen nicht aufzugeben und anderen, „älteren“ Älteren, wo die Chance für einen Einstieg schon sehr gering bis gar nicht mehr vorhanden sein kann, wünsche ich viel Mut und Zuversicht und vor allem die Gewissheit, dass man auch als „Arbeitsloser“ genug sinnvollen Beschäftigungen nachgehen kann. Viele KollegInnen sind halt im Haushalt tätig, manche pflegen Angehörige, einige konnten zumindest eine geringfügige Beschäftigung angehen. Die „Ehrenamtlichkeit“ ist auch nicht zu unterschätzen, auch wenn die derzeitige Wertegesellschaft das noch nicht richtig einzuschätzen weiß. Aber das wird noch kommen.

 

Zur Initiative selbst: Wir werden am Ball bleiben, in welcher Form auch immer. Das Thema wird unsere Gesellschaft noch lange beschäftigen und es ist gut, dass sich die Betroffenen auch selbst dazu engagieren, sich zumindest solidarisieren. Jeder von uns kann etwas dazu beitragen, ist ein kleines Mosaiksteinchen, welches man nicht unterschätzen sollte. Jede Kleinigkeit einer Mitarbeit, eines sinnvollen Netzwerkens, kann zumindest mittelfristig viel bringen.

 

Wer sich mehr zu diesem Thema informieren, engagieren möchte, dem biete ich sehr gerne ein persönliches Gespräch an. Das gilt auch für KollegInnen, welche sich zum Thema „Bewerbung“ gerne beraten lassen wollen. Bei Interesse rufen Sie mich bitte dazu an, oder Sie schreiben mir, damit wir uns einen Termin vereinbaren können.

 

Also, liebe Kolleginnen und Kollegen, es geht weiter, in welcher Form auch immer.

 

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen für Sie/Dich/michJ

 

Liebe Grüße

 

Roman Valent

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45plus und die eigene Betroffenheit

Was können die Betroffenen  einmal selbst tun?

Natürlich, “sich bewerben”, sich bemühen um einen Job, würde jetzt jeder sagen. Auch ich, natürlich.

Obwohl ich es für sehr wichtig halte, gleichzeit etwas anderes zu forcieren, nämlich beharrlich zu versuchen, generell in den Unternehmen, in der Wirtschaft, “das Feld aufzubereiten”. Um so wirklich wieder ein Umdenken zu den Älteren zu erreichen, Erfahrungswissen als wertvoll für einen langfristigen Unternehmenserfolg zu erkennen. Gerade in unserer heutigen Zeit sollte es an Bedeutung gewinnen.

Die Betroffenen selbst sollen aber ihren Weg gehen und alles in ihrer Macht stehende versuchen. Diese schwierige Herausforderung annehmen. Nicht jeder wird vielleicht einen Job finden, aber es gilt, sich in allen Bereichen zu optimieren, jeden “Prozentpunkt” für eine Verbesserung zu nutzen. Nichts auszulassen, auch wenn es, scheinbar, für sich alleine gesehen, nur eine winzige Kleinigkeit ist, die man verändern, verbessern kann:

Das betrifft im allgemeinen folgende Punkte:

  • Eine wirklich zielgruppenorientierte Bewerbungsstrategie. Die gibt es.
  • Dazu gehört auch, dass man das “Erfahrungswissen” als Stärke verkaufen lernt und es nicht in der Bewerbung (Vorurteil: “Erfahrung ist etwas altes, überholtes”) als Maluspunkt verteidigen muss.
  • Alle Kontakte nutzt und sie nicht reduziert.
  • Weiters ist wichtig, sinnvolle Netzwerke aufzubauen
  • sich Optionen für seine Weiterbildung überlegt,
  • und sich zu allem Informationen einzuholt
  • Auch Alternativen sind zu überlegen, wie Neue Berufsfelder etc..
  • Und beharrlich an allem dranzubleiben, nie anfangen aufzuhören und nie aufhören anzufangen.

Genieren und verstecken braucht man sich für die Situation nicht, es kann heutzutage fast jedem passieren, dass er seinen Job verliert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, das ist leichter gesagt als getan. Aber auch in der Öffentlichkeit, zumindest bei den vernünftigen Leuten, wird das heute schon anders gesehen.

Ich habe schon KollegInnen kennen gelernt, auch beraten, bei denen es wirklich sehr schnell mit einem neuen Job gegangen ist (das ist leider nicht die Regel) und andere, bei denen e halt länger dauert. Schwer bleibt es allemal. Und es könnte auch passieren, dass man dann wirklich schon alles gemacht hat und es klappt noch immer nicht. Manchmal kann es eben nicht mehr funktioniern. Das kommt auch auf viele Kriterien an. Aber davon vielleicht später..

Roman Valent
roman.valent@chello.at
Tel.: 0699 19689864

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