Archiv für Dezember, 2011

“Weihnachtsmails” mit der ÖVP

Von: Roman Valent [mailto:roman.valent@chello.at]
Gesendet: Montag, 19. Dezember 2011 16:33
An: ‘Hammerer, Gerhard’
Betreff: AW: Ihre Anfrage

Sehr geehrter Herr Hammerer,

vielen Dank für Ihre Antwort, die jetzt wirklich, so denke ich, ohne große Verwendung von Textbausteinen zustande gekommen ist:).

Ich kenne natürlich die Stelle von den Talenten und schätze das Neue Testament sehr, nachdem zahlt es sich aus zu leben bzw. es immer wieder aufs Neue zu versuchen. Im Zusammenhang gesehen kann man es nicht fehlinterpretieren.

Ich nehme an, Sie sind ein jüngerer Kollege und ich schätze unsere heutige Jugend überaus, habe zwei erwachsene Söhne, was aber nicht bedeutet, Leute anderen Alters abzuwerten.

Wenn man mit 50 oder älter einmal arbeitslos geworden ist, dann fällt es, egal welche Qualifikation man hat, mehr als schwer, wieder einen Job bekommen. Eigentlich gilt man, auch aus AMS Kreisen unter vorgehaltener Hand gesprochen, ab (zumindest) 55 als unvermittelbar. Das müssen Sie sich dann in der Praxis einmal vorstellen, was das heißt.

Zum Thema der Mindestsicherung wurden ja schon jahrelang die Argumente ausgetauscht, manchmal muß Barmherzigkeit vor Gerechtigkeit (die wir ja schwer erreichen können, wie wir wissen) gelten. Arbeiten zahlt sich immer aus, da es ganz einfach Sinn stiftet und zum Leben gehören sollte. Sicher, es gibt viele, die unter die Räder gekommen sind, ob unverschuldet, mit- oder ganz Schuld (schon wieder so ein Begriff), aber auch dazu gibt es im Evangelium viele Stellen und Antworten.

Wir dürfen also Ursache und Wirkung nicht verwechseln und bei einer krankhaften Entwicklung in unserer Wirtschaft beginnen. Erst muß eine Jobmöglichkeit da sein, damit die Leute auch wirklich länger arbeiten können. Die Theorie darf sich von der Praxis nicht derart loslösen.

Talente kann man Gott sei Dank in jeder Situation einsetzen, ob haupt- nebenberuflich unterwegs, ehrenamtlich oder zu Hause. Man muß immer das Beste aus einer Situation machen und wie heißt es da so schön:

Herr, gibt mir den Mut, das zu ändern was zu ändern ist
die Demut, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann
und gibt mir ein wenig Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Auch Ihnen alles Gute und ein besinnliches Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen

Roman Valent

Fundament – Generation45plus
1200 Wien, Vorgartenstr. 35/4/6
Tel.: 0699 19689864
www.generation45plus.at
XING Mitglied: http://www.xing.com/go/invita/16631
rd. 3000 Newsletterbezieher (Politik, Medien, Wirtschaft, Sozialpartner, Betroffene etc.)

Buch “Ohne Job mit 45+” Neuorientierung, Perspektiven
..als Buchempfehlung der Stadt Wien unter “Besonders Lesenswertes”

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Hammerer, Gerhard [mailto:Gerhard.Hammerer@wien.oevp.at]
Gesendet: Montag, 19. Dezember 2011 15:37
An: roman.valent@chello.at
Betreff: Ihre Anfrage

Sehr geehrter Herr Valent !

Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Auch wir haben den Artikel im Kurier gelesen und waren etwas verwundert. Wir versuchen alle Mails zu beantworten, in hektischen Zeiten kann das aber schon ein Mal ein paar Tage dauern. Aber nun konkret zu Ihren Anliegen. Dass wir immer wieder über die “Schwächen” der politischen Gegner sprechen müssen, liegt leider in der Natur der Sache, weil wir in Wien Oppositionspartei sind und keine Umsetzungskompetenz haben. Wenn also die rot-grüne Stadtregierung munter die Gebühren erhöht, dann können wir nicht einfach dazu schweigen, weil das würde ja bedeuten dass wir das gut heißen. Wir bekommen auch immer wieder Mails, dass wir als Opposition zu wenig präsent sind und der FPÖ das Feld überlassen. Aber natürlich haben Sie recht, dass unsere Arbeit sich nicht nur auf das Dagegensein beschränken kann, sondern es auch eigener Vorschläge bedarf. Christine Marek hat in diese Richtung gehend einen Ideenprozess gestartet, durch Ihren Rücktritt hat sich aber die Arbeit verzögert. Wir werden rund um den Parteitag am 25. Februar mit unserem neuen Obmann StR Juraczka massiv mit den gesammelten Ideen präsent sein.

Zum Zweiten: das Attribut “Christlich” in unserer Partei. Es stimmt dass wir den Leistungsgedanken in unserer Programmatik haben und weil Sie diejenigen, die bis zur Pension viel geleistet haben, ansprechen, eine kleine Geschichte. Vergangenen Freitag hat mir eine Pensionistin bei einem Adventmarkt Ihr Leid geklagt. Sie hat Ihr ganzes Leben lang hart gearbeitet und bekommt jetzt dafür eine Pension von etwas über 800 Euro. Sie versteht nicht, warum jemand, der nichts gearbeitet hat, fast denselben Betrag bekommt bzw. warum dann überhaupt noch jemand arbeiten soll. Das ist genau der Punkt: die ÖVP steht für Hilfe an all jene, die sie brauchen, wir fordern aber auch Leistung von all jenen ein, die eine Leistung erbringen können. Sie werden doch sicher die Bibelstelle kennen, in der von den vergrabenen Talenten die Rede ist. Wir sehen z.B. auch nicht ein, dass gesunde Menschen in Bürotätigkeiten bei der ÖBB mit 52 oder 53 Jahren in Pension gehen. Ich kann in diesem Sinne weder bei der SPÖ noch bei den Grünen “christliche” Elemente erkennen. Jahrelang hat die SPÖ eine Politik der Verschuldung vertreten, eine Politik auf Pump, auf Kosten der nächsten Generation – auch dem können wir nicht zustimmen.

Bevor man also wieder den Bürgern das Geld aus der Tasche zieht, sollte man zuerst sparen – auch das ist glaube ich eine christliche Tugend. Die SPÖ in Wien bringt die von Ihnen eingeforderte Empathie auf jeden Fall nicht auf. Sonst würden sie nicht den Besitz eines Hundes um 30 Euro verteuern. Vor allem bei älteren Leute ist der Hund die einzige Freude des Lebens und da können 30 Euro schon eine Rolle spielen (vor allem wenn alles Andere wie Wasser, Gas, Müll etc auch deutlich teurer geworden ist).

Ich danke Ihnen noch einmal für Ihre Antwort und würde mich über weitere Feedbacks sehr freuen. Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weihnachten und alles Gute für das Neue Jahr 2012.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Hammerer

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Von: Roman Valen [mailto:roman.valent@chello.at]
Bereitgestellt: Freitag, 16. Dezember 2011 16:49
Bereitgestellt in: Microsoft Office Outlook Eingebettete Nachricht
Unterhaltung: Themen der Woche
Betreff: AW: Themen der Woche

Liebe ÖVP,

heute habe ich im Kurier gelesen, dass bei Ihnen sowieso keiner antwortet, aber trotzdem eine spontane Aussage von mir, die sich aber gefühlsmäßig in den letzten Jahren entwickelt hat. Ich mag sonst keine Pauschalierungen, Vorurteile, Verallgemeinerungen, aber:

o oft behandelt Ihr in diesen Newslettern nur die Schwächen der Mitbewerber, mich würden die konstruktiven Gedanken und Ideen mehr interessieren.

o Ich weiß schon, man muss seine Klientel bedienen – was ja heutzutage sehr verwaschen rüberkommt – aber, die ÖVP hat zumindest in der Namensgebung das Wort “christlich” zuvor. Derzeit, so denke ich, sollten Sie diesen Namen eher der SPÖ oder den Grünen borgen;) Das geht mir bei vielen, vor allem sozialen Themen sehr ab. Nichts gegen Ihr Leistungsdenken, aber denken wir auch an Andere, die entweder schon, bis zur Pension, viel geleistet haben oder auch an ältere Arbeitslose, die sich, so gegen 50, als unvermittelbar in der Altersarbeitslosigkeit befinden oder an Kranke, behinderte Menschen. Alles sollten uns wertvoll sein.

o Es nützt auch nichts, wenn Sie z.B. 58 jährige auf Rehabilitation schicken, zu einem Wiedereinstieg “vorbereiten”, den es nach erfolgter Kur gar nicht mehr geben kann. Das ist so, als würden Sie ein Auto, welches in der Garage steht, dadurch schon rostig geworden ist, aus der Garage holen, es reparieren, instand halten und dann wieder in die Garage stellen. Gut, man ist nachher gesünder, hält vielleicht wieder länger in dieser Situation durch.

o Gerechtigkeit bedeutet nicht, jeden Bürger etwas wegzunehmen, da sollte es schon die Empathie geben oder die Einsicht: Wer eh nichts mehr hat, den soll man gefälligst in Ruhe lassen.

o Was die “Reichen” – an Geld meine ich – anbelangt. Ein Beitrag wäre angebracht, ich fühle keinen Neid gegenüber dieser Gruppe. Sie könnten es verschmerzen, aber, leider, es ist auch Ihre Klientel, die sie beschützen wollen. Absurd eigentlich. Auch wehrt sich diese Gruppe ja besonders, reich macht halt scheinbar auch geizig.

Also, ich wünsche mir weniger Hartherzigkeit, Politik auch mit Herz. Courage, aber eine solche mit viel Demut, nämlich dort zu handeln, wo es not-wendig ist, auch auf die Gefahr hin, dass man es sich mit einigen “Mächtigen” z.B. aus der Wirtschaft oder in der eigenen Partei, verscherzt.

Ich sehe sehr viele starre Gesichter in der Politik. Schade!

Mit besten Grüßen

Roman Valent

Fundament – Generation45plus

1200 Wien, Vorgartenstr. 35/4/6

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Dr. Gerhard Hammerer
Politik & Strategie

ÖVP Wien
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A-1010 Wien

Tel: +43 (1) 515 43-931 DW
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Mobil: 0664 5262072
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ernst gemeint: kleine Lösungen für große Krisen

Schuldenbremse, heißt es jetzt neu, früher war es das Sparpaket, vorher das Nulldefizit

und mit großer Ernsthaftigkeit wird uns erklärt, dass das „jetzt“ ganz anders wäre als früher,

„ernst gemeint“, also.

Wenn es nicht so ernst wäre könnte man glauben, man wäre bei einem neuen Spiel im Kindergarten eingeladen.

Da trudeln wir also dahin, mit unserem Euro, mit den totemhaft heraufbeschwörten Gemeinsamkeitsdenken, ohne Wahrheitsbeweis.

Wir kommen nicht mehr aus, aus der Wohlstandsgesellschaft ohne Anstand, aus dem Karrieredenken ohne Rücksicht auf menschliche Zuwendung, aus den neuen, modernen Werten, die immer mit Erfolg, Geld, Macht zu tun haben. Aber nicht mehr mit Verzicht, Demut, Nächstenliebe, Partnerschaft.

Der Partner für einen Abschnitt wird zum Lebenszuschnittspartner: So soll er sein und ist er einmal Anders, dann ….CUT, der Nächste, bitte.

Machen wir das Beste daraus, für uns, in unserem eigenen Umfeld, das, was in unserer Macht steht und glauben wir nicht, es wäre umsonst.

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“Schuldenbremse” einmal anders

Es ist schlimm, in reiferen Jahren seinen Job zu verlieren, aus “Rationalisierungs- Deregulierungsgründen”, oder wie immer dann das heißen mag. Zigjahre gearbeitet zu haben und auf einmal, so gegen 50, als unvermittelbar zu gelten.

Ein schwarzes Loch tut sich auf in die Altersarbeitslosigkeit zu geraten, immer diese dunkle Wolke mit sich zu tragen…

Eventuell noch hören zu müssen, dass man “keine Schuld” geben solle und Verantwortung übernehmen müsse, zum neuen Job zu kommen, vielleicht selbst Schuld zu haben..

Liebe Betroffene, geben Sie sich persönlich nicht die Schuld für diese Situation. Gewinngierige, unethische Unternehmen, die dafür veranwortlich gemacht werden sollten, tun das nicht!

Das Leben geht weiter, manche finden noch einen Job und wenn Sie nicht dazugehören: Leben Sie jeden Tag, als wäre es ihr letzter. Sehen Sie andere Aufgaben in Ihrer Familie, für sich selbst, ehrenamtlich oder, gehen Sie ganz einfach sich selbst ein Stück näher, ob auf Spaziergängen in der Natur oder machen das, was Ihnen gut tut. Verwöhnen Sie sich selbst und haben Sie Mut und Vertrauen.

Ich glaube an Gott, den wir sagen können:

Herr, gib uns die Kraft, das zu ändern, was wir ändern können,
gib uns den Mut, das zu ertragen, was nicht zu ändern ist
und gib uns ein Stück Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

In diesem Sinn, liebe Freunde,
wünsche ich Euch das Beste für diese Zeit

und
besinnliche Weihnachten im Kreise Eurer Lieben

Roman Valent
14.12.11

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